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Kurzinfo zu Blühstreifen/unbürokratische Förderung

von Michael Saar

Kurzinfo zu Blühstreifen/unbürokratische Förderung
Blühstreifen sind wertvoll für die Niederwildhege. Sie bieten insbesondere Brutplätze für
Bodenbrüter, aber auch Deckung für Junghasen in Flächen, in denen sie vor dem Mähtod
sicher sind. Zudem sind sie wichtig als Lebensraum für Insekten und gerade bezüglich
Flugwild, insbes. Fasan und Rebhuhn ist Insektenförderung direkte Niederwildhege.
Grosse Vorteile bieten die Blühstreifen aber auch bei der Schwarzwildbejagung, wenn sie so
so plaziert werden, daß sie auch als Bejagungsschneise sinnvoll genutzt werden. Der
Bewuchs ist i.d.R. so niedrig, dass der Schuss auf Sauen gerade zur Zeit der Maisreife
möglich ist.
Beide Aspekte zusammen bieten für den Jäger so viele Vorteile, dass man unbedingt bei
seinen Landwirten darauf drängen sollte, Blühstreifen anzulegen (ganz nebenbei sind
Landwirte bei bestimmten Grössen von Wirtschaftsflächen auch zu solchen
Ausgleichsmassnahmen verpflichtet).
Meist wird das Gespräch vom Landwirt damit abgewürgt, daß ihm der bürokratische
Aufwand zu hoch sei, man müsste die Flächen herausmessen, extra Förderanträge stellen
usw. Hier konnten wir herausfinden, daß die Anlage auf völlig unbürokratische Weise, ohne
Mehraufwand bei Stellung der Förderanträge und ohne finanziellen Verlust bei der
Förderung möglich ist. Das ist eine Riesenargumentationshilfe beim Gespräch mit dem
Landwirt, da sein Hauptgegenargument damit ad acta gelegt ist. Hebt man gleichzeitig den
Wert als Bejagungsschneise mit der Möglichkeit, Sauen besser bejagen und damit
Wildschaden mindern zu können, ausreichend hervor, sollte man eigentlich gute Aussicht
auf Erfolg im Gespräch mit dem Landwirt haben. Die Argumentation zum Schutz des
Niederwildes wird ihn weniger interessieren, ist aber auch gar nicht nötig, sondern
sozusagen die 2. Fliege unter der Klappe, ein positiver Nebeneffekt.
Jeder Landwirt stellt für alle Wirtschaftsflächen jedes Jahr Förderanträge. Die einzelnen
Parzellen werden dabei mit einem Code versehen, der die vorgesehene Bepflanzung
kennzeichnet. In anderen Bundesländern gibt es einen Mischcode z.B. für Mais mit
Blühstreifen. Den gibt es im Saarland nicht , der Bauer musste daher die Blühstreifen
herausmessen, extra ausweisen und dafür Förderung beantragen. Machte er dabei einen
Fehler, konnte er bei vor-Ort-Überprüfungen auch noch in Schwierigkeiten geraten, wenn
die Flächen nicht exakt stimmten. Das war und ist ihm meist zu viel, es macht nur Arbeit und
er hat nichts davon.
Zumindest bei Blühstreifen im Silomais gibt es dafür jetzt eine ganz einfache Lösung:
Im Förderantrag gibt der Landwirt "Silomais Code 411"an und im Feld "Bemerkungen"
zusätzlich "Bejagungsschneisen". Dann kann er den Blühstreifen innerhalb der Parzelle
sinnvoll (in Absprache mit dem Jäger!) anlegen, ohne dies im Antrag vorher näher zu
spezifizieren zu müssen. (z.B zwischen Waldrand und Mais, an Feldseiten, von denen aus die
Sauen anwechseln, zwischen 2 Feldern usw. Ein Tipp eines erfahrenen Jägers lautet,
zunächst am Waldrand Sm Mais stehen lassen, dann den Blühstreifen, dann den Rest vom
Feld. Die Sauen fühlen sich dann schon sicher in Deckung und verhoffen eher auf dem
Streifen.2 Maschinenbreiten sollte der Streifen mindestens haben.)
Das entscheidende ist, dass der Landwirt den Blühstreifen nicht herausmessen oder
bemessen muss, weder nach Fläche, noch nach Lauf- o. Quadratmetern. Er bekommt die
Förderung für die komplette Parzelle, hat somit weder finanziell e Verluste noch Bürokratie .
Die Information dazu kommt von der VJS in Abstimmung mit Sebastian Jung, der als
Angestellter vom Bauernverband speziell zu diesen Themen hohes Fachwissen hat. Ist Ihr
Landwirt skeptisch, kann dort auch rückgefragt werden ( e-mail s- jung@t-online.de , oder
telefonisch über den Bauernverband, vielen Landwirten ist der Name von Herrn Jung
bekannt).
Nutzen sie diese Information zum Gespräch mit den Landwirt, Sie können damit eine echte
Verbesserung Ihrer Jagdmöglicheiten erreichen, Sie tun etwas wirklich Gutes für das
Niederwild und das Ganze kostet Sie keinen Cent!
Die Landwirte müssen die Anträge bis Mitte Mai abgegeben haben, sind also jetzt dabei
diese zu stellen . Die Zeit drängt daher, wenn es für dieses Jahr noch was werden soll, reden
Sie möglichst schnell mit den Bauern.
W. Schumann, Oberthai 20.4.18

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